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Ursula und ihr Mann Günter haben gemeinsam mit zwei Freunden die Sail & Bike Tour rund um das Wattenmeer gemacht. Sie sind mit ihren eigenen Rädern und mit dem Zug aus Deutschland angereist.

Zur Sail & Bike Wattenmeer Tour

 

Samstag – Mit Fahrrad und Zug nach Enkhuizen

Wir sind um 6.30 Uhr aufgestanden, 7.30 Uhr mit unseren Bikes nach Viersen gefahren. Nach dem Überqueren der Niers fing es an zu regnen. Wir hatten am Freitag sehr intensiv nach meiner Regen-Radhose gesucht und sie nicht gefunden. Also sind wir nur mit den Regenjacken unterwegs gewesen. Kurz vor Viersen hörte der Regen auf. Wir warteten auf Gleis 3 auf unseren Zug nach Venlo, der um 8.33 Uhr abfuhr.

In Venlo stiegen wir um und nahmen den Zug nach Utrecht. Übrigens schien ab Eindhoven wieder die Sonne. Wir brauchten in Utrecht den Bahnsteig nicht zu wechseln, denn der Zug nach Enkhuizen fuhr auf demselben Gleis ein. Wir kamen um 12.52 Uhr in Enkhuizen an und spazierten über den Bahnsteig in Richtung Hafen. Uns kamen zwei winkende Personen entgegen, die uns freudestrahlend begrüßten. Unsere Freunde Antje und Fritz holten uns ab und begleiteten uns zum Schiff „Leafde fan Fryslân“.

Wir staunten über die Größe des Schiffes und die sehr hohen Masten. Da wir erst ab 14.00 Uhr an Bord kommen konnten, gingen wir zurück und aßen unsere ersten leckeren Pommes und übergebackene Shrimps am IJsselmeer. Danach checkten wir ein und konnten die Radtaschen in die Kabinen bringen. Wir verstauten unsere Garderobe und verabredeten, uns um 15.00 Uhr vor dem Schiff zu treffen, um Enkhuizen kennenzulernen. Der Hafen alleine war schon sehr interessant und ich habe viel gefilmt. Auch die Architektur der Häuser war interessant und ergab sehr schöne Motive.

Das erste Highlight war der Turm „Drommedaris“. Es ist das bekannteste Gebäude von Enkhuizen. Er diente lange Zeit als Wehrtor und beschützte den Eingang des Hafens. Heute befindet sich dort ein Traum-Café.

Wir schauten uns die Innenstadt an und entdeckten ein Fahrradgeschäft, wo ich nach Regenkleidung fragte. Leider Fehlanzeige, aber Fritz gab nicht auf. Die Verkäuferin gab uns einen Tipp, in welchem Laden wir Regenkleidung finden konnten. Gegenüber der Zuiderkerk, (der Boden bestand aus alten Grabsteinen) hatten wir Glück: Bei HEMA gab es Regenanzüge. Günther und ich kauften jeweils eine Jacke mit Hose, den er vermisste seine Regenhose schon viel länger. So verließen hoch zufrieden das Geschäft. Jetzt konnte der Regen kommen, der die ganze Zeit vorausgesagt wurde.

Wir gingen zurück zum Schiff und warteten auf die Besatzung, die uns vom Kapitän in holländischer und holpriger deutscher Sprache vorgestellt wurde. Es sind 3 Belgier, 4 Holländer und 19 Deutsche als Gäste mit an Bord. Der Name des Kapitäns ist Matthijs, der Matrose heißt Leon, und dann gibt es noch Hospitant Vincent und die Köchin Anita. Um 18.00 gab es Abendessen. Wir haben zusammen mit allen Teilnehmern gegessen. Eine Einteilung in zwei Gruppen war laut Kapitän aus organisatorischen Gründen nicht möglich.  Anschließend haben wir uns noch ein bisschen unterhalten und sind dann schlafen gegangen.

Gegen zwei Uhr nachts wurden wir wach, weil Schritte über uns zu hören waren und außerdem regnete es stark. Erst am nächsten Morgen beim Frühstück erfuhren wir, dass in die hinteren Kabinen 8 bis 10 cm Wasser eingedrungen war. Antje und Fritz waren auch aufgewacht und standen mit den Füßen im Wasser. Die komplette Schiffsbesatzung hatte die ganze Nacht über versucht, die Kabinen mit Wassersaugern trocken zu bekommen. Die Ursache: durch den Abfluss der Duschen war Wasser in die Kabinen hochgedrückt worden. Der Kapitän entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und kündigte an, dass die Räume nicht so schnell wieder getrocknet werden konnten. Alle Kabinen in diesem Teil des Schiffes waren davon betroffen. Der Boden wurde mit Handtüchern belegt, die immer wieder ausgetauscht werden mussten. Antje und Fritz nahmen es gelassen und bewunderten die Crew, die sich aufopfernd bemüht hatte, die Kabinenböden trocken zu bekommen. Dies gelang aber erst nach einigen Tagen.

Sonntag – 39,5 – Regentag – Radtour von Enkhuizen nach Medemblik

Wir frühstückten um 8.00 Uhr und bereiteten uns auf die bevorstehende Radtour von Enkhuizen nach Medemblik vor. Wir hatten es schon geahnt, es begann zu regnen und wir waren gezwungen, die neu erworbene Regenbekleidung anzuziehen. Wir kamen nur bis zur Touristeninformation, wo wir uns unterstellten.

Bei nachlassendem Regen fuhren wir durch Enkhuizen und stellten fest, dass auf der anderen Seite der Stadt noch ein wesentlich größeres Hafengebiet für kleinere Boote existierte. Wir fuhren durch hübsche kleine Örtchen, zuerst immer am Wasser entlang. Und wir sahen schon die dunklen Wolken näher kommen. In Wevershoof stellte Antje fest, dass die Hose von Fritz heruntergerutscht war. er hatte es noch gar nicht bemerkt. Wir hielten an und konnten nicht anders, als die Situation zu belächeln. Kommentarlos zog Antje ihn wieder an und wir fuhren weiter. Wir durchfuhren Twisk, ein denkmalgeschütztes Örtchen mit hübsch restaurierten Gulfhäusern, historischen Häusern und Kirchen. Gulfhäuser sind frühere Arbeits- und Wohnstätten für viele Menschen. An den Gulfhäusern wurde nichts durch Modernisierung zerstört, so dass man die Lebenswelt von damals erahnen kann. Wir wurden durch die vielen Regenschauern immer wieder erneut durchnässt. Nach weiteren 6 km machten wir den nächsten Stopp vor Opperdoes. Dann durchquerten den Ort Medemblick und fuhren direkt zum Hafen, wo unser Schiff ankerte. Der Kapitän und der Matrose nahmen unsere Bikes in Empfang, die an Bord befestigt wurden. Wir zogen die nassen Sachen aus. Ich war ziemlich durchgefroren und nahm eine heiße Dusche. In der Zwischenzeit hatte man mit dem setzen der Segeln begonnen. Mit Unterstützung des Motors näherten wir uns dem Abschlußdamm, den wir durch eine Schleuse passierten und der 32 km lang ist. Er gilt als wichtigstes Einzelbauwerk der Zuiderzeewerke zur Landgewinnung und zum Küstenschutz. Durch den Sperrdamm entstand aus dem gezeitenabhängigen Zuiderzee das Binnengewässer IJsselmeer. Sein Bau wurde 1932 vollendet. Auf dem Damm verlaufen eine Autobahn und ein Rad- und Gehweg. Bei Schiffsdurchfahrten an den Schleusen müssen die Drehbrücken geöffnet und der gesamte Autoverkehr auf dem Damm durch Schranken unterbrochen werden.

Wir waren begeistert, den Hafen von Oudeschild und die historische Museums-Windmühle zu sehen. Wir ankerten auf Texel. Nach dem Abendessen machten wir einen Spaziergang und zeigten Antje und Fritz den kleinen Hafen von Oudeschild. Um an Land zu kommen, mussten wir auf Laufstegen über zwei andere Schiffe balancieren.

Montag – 49 km Texel – Sonniges Wetter und ab und zu Wolken

Nach dem Frühstück bestiegen wir unsere Bikes und verließen den Hafen in Richtung Den Burg. Günther hatte die vorgeschlagene Route geändert. Wir erreichten Den Burg zügig und stellten fest, dass der wöchentliche Markt stattfand. Ab hier schoben wir die Bikes. Zuerst erreichten wir das Fotogeschäft, dass wieder stimmungsvolle Bilder von der Insel ausgestellt hatte. Aber dann sah ich schon zwischen den Häusern den „Candy-King“, das Bonbon-Geschäft. Ich ging hinein und kaufte eine große Tüte meiner Lieblings-Pfefferminz-Bonbons. Wir verließen Den Burg und radelten weiter nach Horn. Die kleine evangelische Kirche war für uns ein bereits bekanntes Highlight. Weiter ging es am Nationalpark Duinen van Texel vorbei durch das Waldgebiet Dennenbos. Dort kehrten wir in den „Catharinahoeve“ ein, das bekannte Pfannkuchenhaus mit großem Kamin in der Mitte des Restaurants. Natürlich aßen wir Pfannkuchen, jeder mit verschiedenen Zutaten.

Nur ein kurzes Stück weiter zeigten wir Antje und Fritz den Bungalowpark Gortersmient, wo wir schon oft Urlaub gemacht haben. Wir fuhren weiter durch den Wald und erreichten bald das Eco Mare, die Seehundeaufzuchtstation. Fritz und Antje wollten aber lieber den Strand sehen, deshalb fuhren wir weiter. Wir parkten die Bikes gegenüber dem Strandpavillon Paal 17. Der Strand war hauptsächlich von Familien besucht, die weit voneinander entfernt waren. Fritz probierte den Strand aus und legte sich in kompletter Radbekleidung rücklings in den weichen Sand.

Wir genossen ein paar Sonnenstrahlen und fuhren dann über De Kook weiter in Richtung Slufter. Das Café-Restaurant „De Slufter“ war gut besucht, aber Antje erspähte noch einen Tisch für vier Personen. Wir bestellten Eis mit Früchten und ich eine Tasse heiße Schokolade. Danach stiegen wir die Stufen hoch und genossen die Aussicht über das bekannteste Naturgebiet von Texel. Der Slufter ist eine große Salzwiesenfläche zwischen zwei Sanddeichen. Das Besondere ist, dass diese Salzwiese an der Nordseeküste liegt. Priele und Salzwasser strömen quer hindurch. Bei Nordweststurm läuft das Gebiet voller Wasser. In dieser Ebene wachsen nur Pflanzen, die Salzwasser vertragen können. Im Sommer ist die Fläche lila vom blühenden Strandflieder. Es brüten dort Eiderenten und Feldlerchen.

Danach machten wir uns gemütlich auf den Rückweg, zuerst mit unterstützendem seitlichen Wind und mit sehr anstrengenden Gegenwind. Es war absolut keine Blamage, unsere Bikes auf „high“ zu schalten, um den Kampf mit dem Wind einigermaßen zu überstehen. Wir erreichten unser Schiff im Hafen und stellten unsere Bikes davor ab. Die freundlichen Matrosen würden sie später über die drei Gangways tragen.

Unterwegs hatte Günters Handy auffällig oft geklingelt. Ich wusste es ja, aber Antje und Fritz nicht: „Günther hat heute Geburtstag“. Nach dem Abendessen erschien die Köchin, begleitet von dem Geburtstagslied Happy Birthday, und überreichte Günther mit strahlendem Lächeln einen Kuchen mit 8 brennenden Kerzen. Günther war sehr überrascht und es blieb ihm nichts anderes übrig, als die Kerzen auszupusten, begleitet vom Beifall aller übrigen Gäste. (Händeschütteln fiel aus). Der Abend an unserem Tisch endete bei Sekt und Jenever. Der Kapitän, die Köchin und zwei Matrosen nahmen ebenfalls an unserem Tisch Platz. Es wurde ein lustiger Abend.

Dienstag – Bedeckt, 18 Grad, kein Regen

Schiffstour nach Terschelling, Abfahrt um 9.00 Uhr, Ankunft um 15.30 Uhr . Heute werden die Segel gesetzt. Dabei kreuzen wir das Wattenmeer mit seinen vielen Sandbänken. Die genaue Strecke und Reisedauer ist vom Wind und der Gezeitenströmung abhängig.

Nach dem Anlegen sind wir in den Ort gegangen, Terschelling-West. Wir haben auf Empfehlung des Kabitäns ein Lokal gesucht und einen Tisch reserviert. Wir gingen ins Restaurant „Flaman“ direkt neben dem Leuchtturm Brandaris. Der Turm ist 400 Jahre alt. Dieses imposante Gebäude stammt aus dem Jahr 1594 und ist 52,2 m hoch. Der Brandaris ist der älteste funktionierende Leuchtturm der Niederlande. Der erste Turm wurde im Jahr 1323 gebaut, um Schiffen den Weg durch die Meerenge zwischen Vlieland und Terschelling nach Amsterdam zu weisen. Eine gute Positionsmarkierung war notwendig, weil sich viele Inseln in der Nordsee sehr ähnlich sehen. Das Meer überschwemmte Terschelling und den ersten Leuchtturm etwa um 1570, der Turm wurde dabei komplett zerstört. Heute wird das Licht des Turms vollautomatisch gesteuert. Der Leuchtturmwärter hat eine Rundum-Aussicht und konnte dadurch schon so manchem Kitesurfer, der in die Strömung geraten war, das Leben retten..

Mittwoch – 37,6 km, Terschelling – Perle des Wattenmeeres – 17 Grad, regnerisch, windig

Teschelling ist eine der größeren Inseln im Wattenmeer. Sie wird wegen ihrer 70 Radwegkilometer auch Fahrradinsel genannt. Wir sind einen Kilometer am Hafen entlang gefahren. Bei Dellewal führte uns der Weg ins Innere der Insel. Wir durchfuhren die Orte Halfweg, Baaiduinen und erreichten Midsland. In Formerum hielten wir am Mühlen-Café „Coffee Mill“. Von hier aus ging der Weg zum Wattenmeer, wo gerade Ebbe war. Wir fuhren mit Rückenwind auf dem Deich ca. 6 km bis zum östlichsten Punkt unserer Tour. Jetzt ging es bei starkem Regen und Gegenwind zurück ins Landesinnere bis zum Ort Oosterend. Danach führte uns die Tour in ein großes, wunderschönes Dünengelände. Die Südhänge der Dünen von Terschelling haben ein echtes Wüstenklima. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich: Strand, Wald, Dünen, Heide Polder, Watt, Sümpfe – und Süßwasser. Die Insel verfügt über den größten Artenreichtum von Vögeln, Schmetterlingen und neuen Orchideen. Es war trotz starkem Regen sehr beeindruckend. Der Fietspad war teilweise sehr hügelig. Dann erreichten wir den Hoornsebos, ein großes Waldgebiet. Wir fuhren teilweise durch wunderschöne Baumalleen und kamen durch das Städtchen Hoorn. Dann ging es auf einem breiten Schotterweg, dem Duinweg Midsland, zum Örtchen West aan Zee. Wir fuhren durch ein Naturgebiet, das von Mooren, Salzwiesen, Stränden und Dünen geprägt war. Mit ein wenig Glück hätten wir jede Menge Enten, Stelzenläufer, große Kolonien von Löffelreihern und Mantelmöven gesehen, aber leider nicht bei diesem Wetter. Nach 36 km erreichten wir die Westspitze von West-Terschelling. Nach kurzem Fotostopp führten die letzten Kilometer zum Anleger unseres Schiffes.

Um 16.00 Uhr legten wir in Richtung Harlingen ab und kamen um 20 Uhr an. Ab Mittag hat es aufgehört zu regnen, aber der Wind wurde stärker. Der Kapitän ließ wieder die Segel setzen. Im Hafen von Harlingen wurden wir von einem so wunderschönen, traumhaften Sonnenuntergang überrascht.

Donnerstag – 51,4 km – erst Sonnenschein, dann leicht bewölkt, wenig Wind und angenehme Temperatur.

Wir frühstückten wie immer, aber Anita verabschiedete sich von uns mit einem Frühstücks-Pfannkuchen. Sie wechselte ihre Arbeitsstelle, was wir sehr bedauerten.

Wir radeln heute über Harlingen bis Makkum. Wir fuhren durch kleine Dörfer und Gehöfte. Franeker ist eine der elf Städte der Elfstädtetour. Die Landschaft war wunderschön, weitläufig und mit kleinen Dörfern übersät.
Wir fuhren weiter nach Arum, ein Hügeldorf. Die Dörfer wurden zum Schutz vor Hochwasser auf Anhöhen gebaut. Hier legten wir eine Lunch-Pause ein, nachdem wir eine Bank zum Sitzen gefunden hatten. Danach passierten wir das Örtchen Pingjum und radelten die restlichen 11 km weiter bis zum Schiff, das inzwischen in Makkum ankerte. Wir lieferten unsere Bikes ab, tranken etwas und verabredeten uns zu einem Spaziergang durch Makkum. Wir passierten die Schleuse am Eingang des Hafens, bewunderten die interessant gestalteten Häuser der Stadt und fanden dann ein Café, wo wir Apfelkuchen mit Kaffee und Kakao bestellt haben. Wir gingen wieder in Richtung Schiff und schauten uns die Zugbrücke und die Schleusenanlage an. Der Schleusenwärter hielt der Besatzung der Schiffe eine Stange entgegen, an der ein „Klontje“ mit einer Schnur befestigt war, die darin die Schleusengebühr in Höhe von 5,00 € zu entrichten hatten. Danach durften die Boote sofort weiterreisen.

Wir gingen zurück zum Schiff und setzten uns an Deck in die Sonne und genossen den Anblick der Hafenanlage. Inzwischen war der neue Koch eingetroffen. Der Hospitant und Helfer für alles überraschte uns mit einem kleinen Snack, befestigt an einem Zahnstocher, Käse, Minzblatt, kleine Tomate, als „welcome“ aus der Küche. Eine halbe Stunde später kam er noch einmal und präsentierte uns ein Stück Wurst, ebenfalls mit Zahnstocher. Gegen 18.00 Uhr gingen wir hinunter in den Speiseraum, wo der neue Koch, Rauol, vom Kapitän vorgestellt wurde. Das Abendessen war etwas anders gestaltet, ein vegetarisches Couscous mit verschiedenen Gemüsen. Günther fotografierte den wieder einmal phantastischen Sonnenuntergang.

Freitag – 32,7 km – bewölkt, ab und zu Sonne, wenig Wind, nicht kalt 17 Grad

Die letzte Radtour von Makkum über Workum nach Stavoren. Wir sahen sie schon von weitem, die imposante Sint-Gertrudiskerk (15. Jhd.) mit freistehendem mächtigem Turm. Unsere Tour führte uns vor die Kirche. Wir ließen unsere Bikes direkt davor stehen. Wir fotografierten alles und Fritz sprach mit einem Herrn, der dabei war, die Kirchentür zu öffnen. Jan Bremer, der Küster der Kirche. Er nahm uns mit auf eine kleine Führung.

St.-Gertrudis-Kerk, Baubeginn 1480, ist eine gotische Kreuzkirche mit bedeutendem Chor, dem größten und ältesten in Friesland. Sie hat einen massiven, freistehenden Glockenturm, den eine Turmlaterne mit Glockenspiel ziert.

Antje stand die ganze Zeit vor unseren Rädern, um sie zu bewachen. Wir hatten ihr nicht gesagt, dass wir uns länger in der Kirche aufhalten würden. Sorry Antje!!

Wir verließen die Stadt nicht, ohne das Rathaus und weitere interessante Häuser zu fotografieren. Wir fuhren weiter durch die Landschaft, bis wir den Damm nach Hindeloopen erreichten. Hindeloopen hat nur sehr wenige Einwohner, aber trotzdem viel Interessantes zu bieten. Zum Beispiel befindet sich hier das friesische Schlittschuhmuseum. In einem anderen Museum gibt es die weltberühmten Hindelooper Malerei und Trachten zu sehen. Die Zeit dafür war viel zu kurz und so beschlossen wir, das Café im alten Hafen aufzusuchen und es uns bei Apfelkuchen, Kirschkuchen und Waffel mit Kirschen und Eis in der Sonne gutgehen zu lassen. Dann ging es weiter und nach 10 km erreichten wir Stavoren. Der Kapitän legte um 15.00 Uhr wieder ab und wir fuhren zurück nach Enkhuizen, das wir gegen 20.00 Uhr erreichten.

Danach hielt Kapitän Matthijs die Abschlussrede der Boot- und Bike-Tour Wattenmeer und wünschte allen eine gute Heimfahrt. Der anschließende Sonnenuntergangs-Schnappschuss von Günther war wieder genial. Wir gingen in unsere Kabinen und packten unsere Radtaschen. Danach trafen wir uns noch einmal zu einem Abschiedsdrink.

Samstag – sonnig, 22 Grad

Wir frühstückten um 8.00 Uhr. Matthijs hatte darauf hingewiesen, dass wir die Betten abziehen sollten, um so der Crew zu helfen, denn alles musste gewaschen werden. Wir verabschiedeten uns von allen und stiegen auf unsere Bikes, die Günther bereits beladen hatte. Antje und Fritz beluden ihr Auto mit Gepäck und Bikes und machten sich auch auf den Heimweg.

Um 9.09 Uhr stiegen wir in den Zug in Richtung Utrecht. Wir hatten ein Abteil für uns alleine. In Utrecht hatten wir 14 Minuten Zeit zum Umsteigen in den Zug nach Venlo. Dieses mal mußten wir unser Abteil mit einer Frau, die zwei sehr große Koffer dabei hatte, teilen. In Eindhoven wurde es lebhaft. Eine Frau stieg mit einem mittelgroßen braunen Mischlingshund ein. Dieser konnte anscheinend das quietschende Geräusch der Zugkupplung nicht ertragen und jaulte und bellte unentwegt in allen Tonlagen. Die Frau wollte den Hund beruhigen und rief immer wieder „nee“. Eine Station vor unserem Ziel in Venlo, hielt der Zug in Blerick. Plötzlich stellten wir fest, dass er wieder in Richtung Utrecht zurückfuhr. Offensichtlich hatten wir die holländische Durchsage, dass in Blerick Endstation war, nicht verstanden und gehört. Wir schafften es, beim nächsten Halt in Horst-Sevenum auszusteigen und eine halbe Stunde später den nächsten Zug nach Venlo zu nehmen. Ab hier fuhren wir eine halbe Stunde mit der Euro-Bahn bis Viersen. Wir hatten Pech, dass der Fahrstuhl auf dem Bahnsteig defekt war. Bevor wir uns mit unserem Gepäck und den Bikes nach unten begeben konnten, sprachen uns zwei junge Männer an, ob sie uns helfen könnten. Nach unserem begeisterten „ja, bitte“ schulterten sie die schweren E-Bikes und trugen sie locker die Treppe hinunter. Wir bedankten uns herzlich und fuhren bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Schiefbahn. Fünf km vor unserem Zuhause habe ich Günther zu einem nachträglichen Geburtstags-Apfelstrudel mit Kaffee eingeladen. Endlich erreichten wir um 16.00 Uhr unser „Home Sweet Home”.

Diese „etwas andere Kreuzfahrt“ war einfach großartig und wird für uns Vier unvergesslich bleiben.

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